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Schulversuche / BLK-Modellversuche / Projekte

Im Freistaat Sachsen können zur Weiterentwicklung des Schulwesens und zur Erprobung neuer pädagogischer und organisatorischer Konzeptionen Schulversuche durchgeführt werden (§ 15 SächsSchulG).

Die im Rahmen der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) ehemals durchgeführten Modellversuche sind gleichfalls Schulversuche im Sinne von § 15 SächsSchulG. 

Schulversuche einschließlich Modellversuche und Projekte haben innovativen Charakter, werden im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus befristet durchgeführt und regelmäßig wissenschaftlich begleitet. Dazu gehören auch Modellversuche, in denen mehrere Bundesländer zusammenarbeiten, sowie Projekte, die über die Bundesgrenzen hinaus mit benachbarten Ländern durchgeführt werden. 

Die Schulversuche einschließlich BLK-Modellversuche und Projekte werden nachfolgend vorgestellt.

Schulversuch »Schule mit besonderem pädagogischen Profil/Gemeinschaftsschule«

In den Schulversuchen »Schule mit besonderem pädagogischen Profil/Gemeinschaftsschule« werden unterschiedliche Formen der individuellen Förderung und des längeren gemeinsamen Lernens in der Sekundarstufe I sowie schulformübergreifende Kooperationen erprobt. Grundlage für diese Schulversuche sind die vom Sächsischen Staatsministerium für Kultus erlassenen Leitlinien und Rahmen für Gemeinschaftsschulen.

Logo mit der Aufschrift »Institut für Produktives Lernen in Europa (IPLE). An-Institut der Alice Salomon Hochschule Berlin.«

Schulversuch »Produktives Lernen«

Im Rahmen des besonderen Bildungsangebots »Produktives Lernen« werden abschlussgefährdete Hauptschülerinnen und -schüler begleitet, damit sie den Abschluss erreichen.

Bunt bemalte Hände mit Gesichtern auf der Handfläche und bunten Fingern, die alle in die Höhe gestreckt werden. © SMK

Schulversuch »Erprobung von inklusiven Ansätzen zur Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Modellregionen« (ERINA)

Im Rahmen der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention führt das Sächsische Staatsministerium für Kultus seit Mai 2012 den Schulversuch »Erprobung von inklusiven Ansätzen zur Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Modellregionen« (ERINA) durch. Ziel ist die Verbesserung und Weiterentwicklung des gemeinsamen Unterrichts mit Schülerinnen und Schülern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf an Grundschulen und in der Sekundarstufe I.

Die gegenwärtig praktizierte integrative Förderung an Grundschulen soll hinsichtlich ihres präventiven Ansatzes modifiziert und weiterentwickelt werden. Zur Fortsetzung des gemeinsamen Unterrichts über die Grundschule hinaus werden Formen der individuellen Förderung im lernzieldifferenten Unterricht in der Sekundarstufe I erprobt.

Logo von DUBAS mit einem Quadrat aus zwei Dreiecken, einem grünen und einem weißen.

Schulversuch »Duale Berufsausbildung mit Abitur in Sachsen (DuBAS)«

Seit dem Schuljahr 2011/12 wird an zwei Beruflichen Schulzentren in Sachsen der Schulversuch »Duale Berufsausbildung mit Abitur in Sachsen (DuBAS)« durchgeführt. Der Bildungsgang verbindet die Berufsschule und das Berufliche Gymnasium und ist auf eine enge Kooperation der Lernorte Berufliches Schulzentrum und Betrieb ausgerichtet. Die Schülerinnen und Schüler erwerben in vier Jahren sowohl die allgemeine Hochschulreife als auch den Berufsabschluss.

Graffiti von den Buchstaben GBVJ © Roman Dreßler

»Schulversuch „Gestrecktes Berufsvorbereitungsjahr«

Seit dem Schuljahr 2008/09 wird unter Leitung des Sächsischen Bildungsinstituts ein Schulversuch durchgeführt, der in zwei Teilprojekten den Übergang vom Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) in Ausbildung für Abgängerinnen und Abgänger unterer Klassen erfolgreicher gestalten soll. Zehn Berufliche Schulzentren erproben ein zweijähriges BVJ mit erhöhten praktischen Anteilen (GBVJ).

Foto von einem Schüler in der Turnhalle. © Amac Garbe

Schulversuch »Gestreckte Fachoberschule für Leistungssportlerinnen und -sportler«

Junge Sportlerinnen und Sportler haben durch die Teilnahme an diesem Schulversuch mehr Zeit als gewöhnlich, um die Fachhochschulreife zu erwerben. Die Klasse 12 wird dabei auf zwei Jahre gedehnt. Insgesamt haben die Schülerinnen und Schüler so drei Jahre Zeit anstatt zwei. Die Sportlerinnen und Sportler haben damit viel mehr Zeit für ihr Training. Um teilzunehmen, brauchen die Sportlerinnen und Sportler eine Empfehlung vom Olympiastützpunkt.

Mädchen als Bäckerin, die ein Blech mit Plätzchen in die Kamera hält. © SMK

Projekt »Erprobung von Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Beruflichen Schulzentren zu Regionalen Kompetenzzentren für berufliche Bildung«

Im Projekt »Erprobung von Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Beruflichen Schulzentren zu Regionalen Kompetenzzentren für berufliche Bildung« wurden seit dem 30. August 2010 unter der Leitung des Sächsischen Bildungsinstituts Voraussetzungen für erweiterte Bildungsangebote der Beruflichen Schulzentren und für Kooperationsmaßnahmen von allgemeinen Schulen mit Beruflichen Schulzentren geschaffen und erprobt.

Eine colorierte Zeichnung von einem Mädchen und einem Jungen, die zusammen lesen.

Schulversuche zur Erprobung von Gender Mainstreaming-Strategien

Elf sächsische Schulen führten von 2007 – 2010 in Begleitung des Sächsischen Bildungsinstituts zwei Schulversuche zur Erprobung von Gender Mainstreaming-Strategien durch. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen unterstützten die Schulen durch intensive Fortbildungen und evaluierten die Projekte. Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Lernen Jungen und Mädchen wirklich anders und anderes? Können ungewöhnliche Lesestoffe und neue Unterrichtsmethoden die Lesefreude erhöhen – insbesondere bei Jungen? Inwieweit tragen gelegentlich geschlechtergetrennte Phasen in der Schule zur besseren sozialen und kognitiven Entwicklung von Jungen und Mädchen bei?

Logo mit der Aufschrift »Förmig. Modellprogramm Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.«

»Modellprogramm FÖRMIG«

Der Freistaat Sachsen hat zur Sicherung chancengerechter Bildung ein klar strukturiertes Handlungskonzept für alle Schularten, die sächsische Konzeption zur Integration von Migrantinnen und MIgranten vom 01.08.2000, etabliert. Mit einer Lehrplanreform wurde die sprachliche Bildung als Aufgabe jedes Faches festgeschrieben.

Zur Unterstützung dieses Anspruches hat sich der Freistaat Sachsen von 2005 bis 2009 am (BLK-)Modellprogramm FÖRMIG mit dem Schwerpunkt »Sprachliche Bildung« beteiligt. Am 01.08.2009 startete ein darauf aufbauendes Transferprogramm, um die Übernahme der innovativen Entwicklungen und Instrumente abzusichern. Diesem Anliegen dienten z. B. die Implementierung der auf Initiative Sachsens entwickelten Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache für die Primar- und Sekundarstufe I, die Arbeit der Sprachberater oder die Etablierung von fünf Kompetenzzentren Sprachliche Bildung in Chemnitz, Dresden, Freiberg, Görlitz und Leipzig.

Ein Kind schaut durch ein Fernglas. © SMK

Projekt »Fokus Kind«

Das Projekt »Fokus Kind« beschäftigte sich mit dem Bildungstag sächsischer Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren aus der Perspektive des Lernenden. Es begann im Jahr 2009 und erstreckte sich über einen Zeitraum von vier Jahren. Dabei wurden zwei Projektphasen mit einer jeweiligen Laufzeit von zwei Jahren unterschieden.

Logo mit einer aus zwei Dreiecken (in weiß und orange) geformten Pyramide. Darunter steht BERG in Großbuchstaben und in blau und orange gefärbt. © SMK

Schulversuch zur Neugestaltung der beruflichen Grundbildung bei kaufmännischen und verwandten Berufen (BERG)

Seit dem Schuljahr 2007/2008 führte das Sächsische Staatsministerium für Kultus einen Schulversuch zur Neugestaltung der beruflichen Grundbildung bei kaufmännischen und verwandten Berufen durch. Ziel des Schulversuchs war es, auch bei zurückgehenden Schülerinnen- und Schülerzahlen eine weitgehend wohnortnahe Beschulung im Freistaat Sachsen für eine möglichst große Anzahl an dualen Ausbildungsberufen zu erhalten. In engem Kontakt mit Kammern und Ausbildungsunternehmen sollte eine praxis- und betriebsnahe berufliche Grundbildung (Klassenstufe 1 der Berufsschule) entwickelt werden.

Logo SUD mit drei Figuren, in gelb, blau und rot, und im Text, der im Kreis um sie herum geführt wird, steht: »Schule, Toleranz, Selbstwirksamkeit, Lernen, Mitbestimmung, Beteiligung, Veranstaltung«

Modellversuch »Schulleben und Unterricht demokratisch gestalten« (SUD)

Der schulartübergreifende BLK-Modellversuch »Schulleben und Unterricht demokratisch gestalten« (SUD) lief von 2003 bis 2007. Hauptziel des auf Schulentwicklung angelegten Modellversuches war die Entwicklung eines Demokratieverständnisses in der Schule, das die Entwicklung von demokratischen Handlungskompetenzen bei Lehrenden und Lernenden beinhaltete, so dass Demokratie als Qualität des gelebten Alltags begriffen und als entgegengestelltes Prinzip zu Gewalt verstanden werden konnte.

Folie mit der Aufschrift »BLK-Modellversuch. Schul- und Lernkultur im Medienzeitalter« und einer Hand, die »Okay« mit ihren Fingern formt. © SMK

Modellversuch »Schul- und Lernkultur im Medienzeitalter« (SULIM)

Der schulartübergreifende BLK-Modellversuch »Schul- und Lernkultur im Medienzeitalter« (SULIM) lief von 2000 bis 2003 und hatte unter anderem den Schwerpunkt der Entwicklung, Förderung und Nutzung ästhetisch-künstlerischer Erfahrungen und Methoden als grundlegendes übergreifendes Prinzip des schulischen Lehrens und Lernens.

Modellversuch »Kooperatives Lehren und Lernen in typischen Lernsituationen«

Ziel des BLK-Modellversuches »Kooperatives Lehren und Lernen in typischen Lernsituationen« (2005 bis 2008) war die Entwicklung, Erprobung und Evaluation von Lernsituationen zum kooperativen Lernen für Berufe des gewerblich-technischen und sozial-pflegerischen Bereiches in den Schularten Berufsschule und Berufsfachschule. In diesem Kontext wurden zudem Möglichkeiten zur Erfassung und Bewertung von Teamkompetenz der Lernenden untersucht.

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