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Aufbau und Angebote

Förderschultypen

Förderschulen und Förderzentren sind sowohl mit der Unterrichtung ihrer eigenen Schüler als auch mit der Begleitung der inklusiven Unterrichtung von Schülern ihres Förderschwerpunktes an Regelschulen betraut. Darüber hinaus sind sie in der Beratung und sonderpädagogischen Diagnostik tätig.

Sie haben damit wichtige Aufgaben, um die sonderpädagogische Förderung zu sichern und die gesellschaftliche Teilhabe von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu ermöglichen.

Förderschultypen

Gemäß § 13 Schulgesetz gibt es  7 sonderpädagogische Förderschwerpunkte, die mit entsprechenden Förderschultypen korrespondieren. Ferner existieren Klinik- und Krankenhausschulen.

Schulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen

Blinde Schüler und Schüler, deren Sehvermögen deutlich beeinträchtigt ist, werden auf ein Leben in einer vorwiegend optisch ausgerichteten Umwelt so vorbereitet, dass sie später ihr Leben aktiv und in sozialer Teilhabe bewältigen können.

Spezifische Hilfsmittel dafür sind unter anderem Computer mit Braille-Schrift und Sprachausgabe, Bildschirmlesegeräte und sprechende Taschenrechner. Neben den Lehrern sorgen pädagogische Fachkräfte im Unterricht für eine individuelle Förderung.

Schulen mit dem Förderschwerpunkt Hören

Mit ihren besonderen förderpädagogischen Möglichkeiten hilft dieser Förderschultyp gehörlosen oder hochgradig schwerhörigen Schülern Lautsprache zu entwickeln, die auditive Wahrnehmung zu fördern und sich manuelle Kommunikationsformen anzueignen. Schülerhaben die Möglichkeit, die Deutsche Gebärdensprache zu erlernen. Die Vielfalt der Kommunikationsformen soll zur Bewältigung schulischer Lernprozesse und zur Lebensbewältigung beitragen.

Beide Förderschultypen, die Schulen mit dem Förderschwerpunkt Sehen sowie die Schulen mit dem Förderschwerpunkt Hören, gliedern sich in einen Grund- und Oberschulteil sowie in Klassen mit gleichzeitigem Förderbedarf im Förderschwerpunkte Lernen und in Klassen mit gleichzeitigem Förderbedarf im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Die Lehrpläne richten sich je nach Förderbedarf nach denen der Regelschulen bzw. denen der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen bzw. der Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.

Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Hier wird nach einem eigenen Lehrplan unterrichtet.

Neben der allgemeinen Bildung in der Unter-, Mittel- und Oberstufe vermittelt dieser Förderschultyp in der Werkstufe auch eine berufliche Grundbildung.

Jede Stufe umfasst drei Schuljahre. Es gibt keine Noten. Die Bewertung richtet sich am individuellen Lernfortschritt der Schüler aus. Neben den Lehrern sorgen pädagogische Fachkräfte im Unterricht für eine individuelle Förderung.

Schulen mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung

Hier lernen sowohl körperlich als auch mehrfach behinderte Schüler. Die Lehrpläne richten sich je nach Förderbedarf nach denen der allgemein bildenden Schulen bzw. denen der Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen bzw. der Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Neben den Lehrern sorgen pädagogische  Fachkräfte im Unterricht und Therapeuten für eine individuelle Förderung.

Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen

Hier werden Schüler mit großen Schwierigkeiten im Lern- und Leistungsverhalten, der Sprache, der Wahrnehmung und im Sozialverhalten gefördert. Diesen Schülern ist über einen längeren Zeitraum ein Erreichen der Mindeststandards der Regelschulen nicht oder nur in Ansätzen möglich.

Neben dem Erwerb von anwendungsbereitem Wissen wird besonderer Wert auf die Entwicklung von praktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie die Sozialkompetenz und Werteorientierung gelegt.

Schulen mit dem Förderschwerpunkt Sprache

Hier werden Schüler unterrichtet, deren Fähigkeit zur Kommunikation beträchtlich eingeschränkt ist.
Kinder mit unterschiedlichen Sprachstörungen erhalten auf der Grundlage eines Förderplanes Angebote, die die Sprechfreude und die sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten fördern. Die Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache umfasst die Klassenstufen 1 bis 4 und führt grundsätzlich in die anderen allgemein bildenden Schulen zurück.

In Ausnahmefällen kann der Unterricht bis Klassenstufe 6  fortgeführt werden. Es wird nach den Lehrplänen der Grund- und Oberschule unterrichtet. Schüler, bei denen der sonderpädagogische Förderbedarf auch in der Sekundarstufe I fortbesteht, werden perspektivisch landesweit in den Klassenstufen 7 bis 10 inklusiv an der Oberschule unterrichtet.

Schulen mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

Hier werden Schüler unterrichtet,  deren emotionale und soziale Entwicklung aus unterschiedlichen Gründen so beeinträchtig ist, dass sie einer intensiven sonderpädagogischen Förderung in diesem Bereich bedürfen..
Die Schule mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung umfasst die Klassenstufen 1 bis 4 und führt grundsätzlich in die anderen allgemein bildenden Schulen zurück.

In Ausnahmefällen kann der Unterricht an der Förderschule bis Klassenstufe 10 fortgeführt werden. Es wird nach den Lehrplänen der Grund- und Oberschule unterrichtet. Neben den Lehrern sorgen pädagogische Fachkräfte im Unterricht für eine individuelle Förderung.

Klinik- und Krankenhausschulen

Hier werden kranke Schüler unterrichtet, die sich längere Zeit oder wiederholt in einer Klinik, im Krankenhaus oder in einer Kurklinik befinden. Sie werden so unterrichtet und gefördert, dass eine Wiedereingliederung in die bisher besuchten Klassen erleichtert wird. Der Umfang des Unterrichts wird mit dem Arzt abgestimmt.

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Bild: Themenillustration Allgemein bildende Förderschule

© Sächsisches Staatsministerium für Kultus