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Schule und Denkmal

In jeder Stadt und in jedem Dorf gibt es Denkmale, die eine spannende Reise zurück in die Vergangenheit ermöglichen. Wenn die Schülerinnen und Schüler selbst die Geheimnisse hinter Kirchen, Burgruinen, Bahnhöfen und Gedenksteinen lüften, prägt sich das geschichtliche Wissen besser ein und stärkt zugleich den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Denkmalen.

Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus

Was heißt „ein Denkmal adoptieren“?

Denkmale regen dazu an, sich in und außerhalb der Schule mit der Geschichte seiner Heimat oder der eigenen Biografie auseinanderzusetzen. Sie sind greifbare Zeitzeugen und ein Schaufenster hinein in die Vergangenheit.

Schulen übernehmen Verantwortung für ein Denkmal, indem die Lernenden:

... erkennen, erleben, erfahren, sich engagieren, erkunden, sichern, untersuchen, analysieren, interpretieren, dokumentieren, archivieren, bewerten, sich identifizieren, schützen, gestalten, adaptieren, pflegen, restaurieren, präsentieren, veröffentlichen, andere mit ihrer Begeisterung anstecken.

»Archäologie zum Anfassen« – Schüler der Bruno-Bürgel-Oberschule Weißwasser nahm an Ausgrabungen im Tagebauvorfeld Reichwalde teil, Juli 2014 (Quelle: Bruno-Bürgel-Oberschule Weißwasser)

»Archäologie zum Anfassen« – Schüler der Bruno-Bürgel-Oberschule Weißwasser nahm an Ausgrabungen im Tagebauvorfeld Reichwalde teil, Juli 2014 (Quelle: Bruno-Bürgel-Oberschule Weißwasser)

Denkmale regen dazu an, sich in und außerhalb der Schule mit der Geschichte seiner Heimat oder der eigenen Biografie auseinanderzusetzen. Sie sind greifbare Zeitzeugen und ein Schaufenster hinein in die Vergangenheit.

Indem junge Leute in Schulen ein Denkmal adoptieren, indem sie dessen Entstehung und dessen historischen Kontext kennen lernen, öffnen sie sich ein Fenster zur Vergangenheit.

Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer, 1998, damals Sächsischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst

Was ist ein Denkmal?

Jedes von Menschen in der Vergangenheit geschaffene Werk kann ein Denkmal sein.

Ein Denkmal ist daher nicht nur, wie oft vermutet, eine Statue oder ein Gedenkstein. Nach dem sächsischen Denkmalschutzgesetz sind Kulturdenkmale vielmehr alle Spuren, die Menschen vergangener Zeiten hinterlassen haben und deren Erhaltung aufgrund ihres besonderen Wertes, ob aus künstlerischer, historischer, technischer, städtebaulicher oder landschaftsgestalterischer Sicht, wichtig ist.

Meißen, Burgberg mit Albrechtsburg, Dom, Bischofsschloss, Domherrenhöfen, Kornhaus, Wohnhäusern, Burghof, Burgtor und Parkanlagen, 2011 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)

Meißen, Burgberg mit Albrechtsburg, Dom, Bischofsschloss, Domherrenhöfen, Kornhaus, Wohnhäusern, Burghof, Burgtor und Parkanlagen, 2011 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen)

Denkmale „berichten“ oder zeigen uns und kommenden Generationen etwas über das Leben der Menschen in der Vergangenheit. Sie sind unverzichtbare Zeit- und Sachzeugnisse vergangener Tage.

Die Denkmalarten

Baudenkmale

Baudenkmale sind Gebäude, Teile von Gebäuden oder ihre Ausstattung.

Beispiele: Kirchen, Schlösser, Wohnhäuser, Schulgebäude, Fachwerkhäuser, Scheunen, Dorfanger, Straßenzüge und Stadtteile.

Bild: Leipzig, Hotel de Pologne, Blick in den Festsaal, 2014 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Fotografie David Nuglisch)

Leipzig, Hotel de Pologne, Blick in den Festsaal, 2014 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Fotografie David Nuglisch)

Gartendenkmale

Gartendenkmale sind Zeugnisse der Garten- und Landschaftsgestaltung sowie vom Menschen gestaltete oder überformte Flächen.

Beispiele: Gärten, Parks, Grünanlagen, Stadtplätze, Kirch- und Friedhöfe, Villen- und Landhausgärten, Alleen, Einzelbäume (z. B. Dorf- und Gerichtslinde).

Bild: Grossenhain, Barockgarten Zabeltitz, Blick über das Spiegelbassin zu Palais und Kirche, 2014 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Fotografie Hartmut Ritschel)

Grossenhain, Barockgarten Zabeltitz, Blick über das Spiegelbassin zu Palais und Kirche, 2014 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Fotografie Hartmut Ritschel)

Technische Denkmale

Technische Denkmale sind vom Menschen geschaffene ortsfeste oder bewegliche Objekte der Technik und Industrie.

Beispiele: bergbauliche Anlagen und Fabrikbauten, Spinnmühlen, Gießereien, Maschinenbauanstalten, Talsperren, Kraftwerke, Bauwerke der Verkehrsgeschichte (z. B. Eisenbahn, Flussschifffahrt).


Chemnitz-Hilbersdorf, Maschinenhaus der Seilablaufanlage des ehemaligen Rangierbahnhofs, Blick in das Maschinenhaus mit den drei Antriebsmaschinen der Endlosseile, 2014 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Fotografie Max Messer)

Bodendenkmale

Bodendenkmale sind archäologische Zeugnisse menschlicher Entwicklungsgeschichte, die sich unter der Erdoberfläche befinden oder befanden.

Beispiele: vorgeschichtliche Grabanlagen, Wallanlagen alter Befestigungen, Gebäudereste, Wasserburgen, Produktionsstätten und Altstraßen historischer Zeit.

Bild: Dresden, Archäologische Ausgrabungen am Neumarkt, Reste der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung mit Barbakane, 2003 (Quelle: Landesamt für Archäologie Sachsen)

Dresden, Archäologische Ausgrabungen am Neumarkt, Reste der spätmittelalterlichen Stadtbefestigung mit Barbakane, 2003 (Quelle: Landesamt für Archäologie Sachsen)

Gesamtanlagen

Gesamtanlagen sind Ensembles, Sachgesamtheiten oder besondere Kulturlandschaften, die aus einer Summe von Einzeldenkmalen, sonstigen Gebäuden und Freiräumen bestehen.

Beispiele: historische Stadt- oder Ortsbilder, Dorfkerne, Rittergutsanlagen.

Bild: Zittau, Bahnhofsanlage an der Eisenbahnstrecke Löbau-Zittau, hier Blick zum ältesten in Zittau erhaltenen Wärterstellwerk W4 mit Formsignalen, Stellwerkstechnik und technischen Elementen, 2013 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Fotografie Corina Wobbe)

Zittau, Bahnhofsanlage an der Eisenbahnstrecke Löbau-Zittau, hier Blick zum ältesten in Zittau erhaltenen Wärterstellwerk W4 mit Formsignalen, Stellwerkstechnik und technischen Elementen, 2013 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Fotografie Corina Wobbe)

bewegliche Kulturdenkmale

Bewegliche Kulturdenkmale sind Kunstwerke, Einrichtungsgegenstände oder Sammlungen.

Beispiele: Gemälde, Skulpturen, Altare, Grabsteine, Möbel, Bibliotheken und Archive.

Bild: Moritzburg, Hirschskulptur am Fasanenschlösschen, 2010 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Fotografie Wolfgang Junius)

Moritzburg, Hirschskulptur am Fasanenschlösschen, 2010 (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Fotografie Wolfgang Junius)

Die Gründe für den Erhalt und Schutz eines Kulturdenkmals

  • besonderer historischer Wert (z.B. Grabstätten herausragender Personen)
  • besonderer künstlerischer Wert (z.B. für Kunstgeschichte wichtige Objekte)
  • besondere wissenschaftliche Bedeutung (z.B. Objekte aus der Forschungsgeschichte oder Bodendenkmale wie Skelette)
  • besondere städtebauliche oder ortsbildprägende Bedeutung (z.B. alte Dörfer oder Arbeitersiedlung aus der Zeit der Industrialisierung)
  • besondere volkskundliche oder heimatgeschichtliche Bedeutung (z.B. regionaltypische Bauformen wie Umgebindehäuser)
  • besondere technikgeschichtliche Bedeutung (z.B. Mahlwerke alter Mühlen)
  • besondere landschaftsgestaltende Bedeutung (z. B. Schlossparkanlagen)

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Programm

Bewerbung bis: 1. Juni 2017

Bild:

Programmfaltblatt

Teilnahmeformulare

Das Formblatt zur Bewerbung ist zu senden an: Irina Schenk, SMK (Kontakt siehe unten)

Teilnahmeformular pdf

Kontakt

Irina Schenk

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    Postfach 10 09 10

    01079 Dresden

  • Telefon(0351) 564-2823
  • Telefax(0351) 564-2808
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