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Weiterentwicklung von Prävention, Diagnostik und Beratung

Projekt „Wir bauen Brücken! – Menschen mit Handicap im Alltag“

Foto: KMV Sachsen e.V.

Foto: KMV Sachsen e.V.

Beteiligte

  • KMV Sachsen e. V., Breisgaustraße 53, 04209 Leipzig
  • Umsetzung an Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen

Kurzbeschreibung

„Wir bauen Brücken! – Menschen mit Handicap im Alltag“ ist ein vom Körper- und Mehrfachbehindertenverband Sachen e. V. initiiertes Projekt, das seit dem Jahr 2009 für Schüler an sächsischen Grundschulen, Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen durchgeführt wird. Ziel des Projektes ist es, Schüler für das Thema Behinderung zu sensibilisieren, Aufklärung zu leisten und die Vielfalt des Themas emotional und praktisch erlebbar zu machen. Die Projektleiter Christian Lissek und Katrin Reincke, die beide selbst von einer Behinderung betroffen sind, verbinden mit der Projektdurchführung den Wunsch, einen Beitrag zu einem gemeinsamen Miteinander behinderter und nicht-behinderter Menschen zu leisten.

Für die Dauer von ca. 2 Unterrichtsstunden kommen die Projektleiter an die Schule. Dabei werden in einem einführenden theoretischen Teil zunächst die unterschiedlichen Behinderungsarten, Entstehungsgründe und der Umgang mit Behinderungen thematisiert. In einem darauffolgenden praktischen Teil erhalten die Schüler die Möglichkeit, mit allen Sinnen zu erfahren, wie sich eine Behinderung „anfühlt“ und wie diese das tagtägliche Leben beeinflusst. Zu diesem Zweck können die Schüler beispielsweise mit einem Rollstuhl fahren, sich mit verbundenen Augen orientieren und führen lassen oder das Gebärdenalphabet üben. Die beiden Projektleiter berichten darüber hinaus, wie sie im Alltag mit ihrem Handicap leben und welche Hilfestellungen nicht-behinderte Menschen leisten können (z. B. im Supermarkt oder auf der Straße). Zum Abschluss der Veranstaltung wird die praktische Übung gemeinsam mit den Schülern reflektiert und individuelle Erfahrungen mit der erlebten Einschränkung ausgetauscht.

Effekte

Durch praktisch erlebbare Einschränkungen, die behinderte Menschen tagtäglich begleiten, erfahren Schüler was es bedeutet, mit einer Behinderung zu leben und mit ihr umzugehen. Darüber hinaus werden sie in die Lage versetzt, ihre eigene Einstellung zum Thema Behinderung zu überprüfen und zu erweitern. Die Vermittlung der Inhalte durch zwei Personen, die selbst von einer Behinderung betroffen sind, fördert den Abbau von Vorurteilen und Ängsten. Am Ende jeder Veranstaltung sollen Achtung und Respekt statt Diskriminierung und Mitleid sowie integrierte Teilhabe statt gesellschaftlich-institutionelle Ausgrenzung für die Schüler im Umgang mit behinderten Menschen selbstverständlich sein.

Seitens der Schulen erhalten die Projektleiter Christian Lissek und Katrin Reincke durchgängig positive Resonanz. So liegen dem Verband auch für das kommende Schuljahr wieder zahlreiche Anfragen vor.

Tipps

Ein offener und aufgeklärter Umgang mit dem Thema Behinderung baut Barrieren in den Köpfen nicht-behinderter Menschen ab und hilft, Toleranz und Verständnis für Betroffene zu fördern.

Link für weitere Informationen

http://www.kmv-sachsen.de/-wir-bauen-bruecken.html

Ansprechpartner

Christian Lissek, Katrin Reincke

KMV Sachsen e. V.

Körper- und Mehrfachbehinderten Verband

Breisgaustraße 53

04209 Leipzig

Tel.:   0341/4201690

Fax: 0341/42016940

Internet:   www.kmv-sachsen.de

E-Mail:     christian-lissek@kmv-sachsen.de

Projekt PONTES

Projekt PONTES

Projekt PONTES

Beteiligte

  • AG In- und Ausländer e.V., Müllerstraße 12, 09113 Chemnitz

Kooperationspartner

  • Sonderpädagogisches Förderzentrum „Johannes Trüper“ – Schule für Erziehungshilfe Chemnitz, Scheffelstraße 18, 09120 Chemnitz
  • aufnehmende Oberschulen und Schulen zur Lernförderung in Chemnitz und Burgstädt

Kurzbeschreibung

Das ESF-geförderte Projekt PONTES übernimmt eine Brückenfunktion zwischen Jugendhilfe und Schule, um die Helfersysteme noch besser als bisher aufeinander abzustimmen.

Die Schüler des Förderzentrums „Johannes Trüper“ werden durch die Vernetzung von Schule und Jugendhilfe auf dem Weg der Integration in ihre neuen Oberschulen oder Schulen zur Lernförderung unterstützt. Im Rahmen des Projektes arbeiten die Mitarbeiter mit den Schülern u. a. an Konfliktlösungsstrategien oder trainieren gewaltfreie Handlungsalternativen in Stresssituationen. Ferner werden die Schüler bei der Berufswahl unterstützt.

Ziel des Projektes ist die erfolgreiche und unvoreingenommene Aufnahme der Schüler in ihrer neuen Klasse und der Erwerb eines Schulabschlusses für diese Schüler. Durch die Integration dieser Schüler entwickeln die Lehrer sowie die Schüler an den aufnehmenden Schulen Offenheit und Wertschätzung für die Besonderheiten ihrer neuen Mitschüler.

Effekte

Durch das Projekt verläuft die Integration der Teilnehmer wesentlich positiver als ohne die gezielte Begleitung. Alle Teilnehmer werden als Integrationsschüler in ihren neuen Oberschulen oder Schulen zur Lernförderung unterrichtet. In manchen Fällen ist eine intensive sozialpädagogische Betreuung kaum oder nicht notwendig, da die Schüler von ihren neuen Klassen und Lehrern bereits positiv wahrgenommen werden. In Einzelfällen erfolgt die regelmäßige Einzelbetreuung über das gesamte Schuljahr und voraussichtlich auch im folgenden Schuljahr. PONTES arbeitet bedarfsorientiert, bietet jedoch für alle Teilnehmer über den gesamten Projektzeitraum Unterstützung an.

Die Schüler haben bereits ein gut ausgebautes Netz an professionellen Helfern um sich, mit welchen sie gut in Beziehung stehen. Die Ressourcen werden durch eine bessere Kooperation und Koordination verstärkt für die Unterstützung einer gelingenden Integration genutzt. So werden den Schulen außerschulische Ansprechpartner bei auftretenden Problemen vorgestellt. Auch die Jugendhilfe geht dadurch selbstverständlicher auf pädagogische Fachkräfte in den Schulen zu. Durch Einblicke in die familiäre Situation der Schüler werden die Schulen für die Besonderheiten der neuen Schüler aufgeschlossen. Hierzu holt PONTES die Helfer und Schüler an einen Tisch und erarbeitet gemeinsame Förderziele und Unterstützungsmöglichkeiten.

Tipps

  • Ein offener Fachaustausch mit allen mit den Schülern tätigen Professionellen ist sehr förderlich für den Integrationsprozess.
  • Ein mobbingpräventives Angebot in der aufnehmenden Klasse in Form eines sozialen Kompetenztrainings ist erfahrungsgemäß ein wichtiger Baustein für eine gelingende Integration der neuen Schüler.

Link für weitere Informationen

AG In- und Ausländer e.V.

Ansprechpartner

Projektleiterin: Anna Maria Grummt
Telefon: 0371 – 495 127 59
pontes@anti-gewalt-buero.de

Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten: Prävention, Diagnose, Förderung und Therapie

Beteiligte

  • Dittes-Grundschule Reichenbach/Vogtland, Dittesstraße 5, 08468 Reichenbach im Vogtland OT Reichenbach/Vogtl.

Kurzbeschreibung

Zielgruppen des Projektes sind Kinder mit leistungs- und verhaltensbedingten Besonderheiten (z. B. Teilleistungsstörungen, ADS, ADHS, Inselbegabung) und ihre Eltern. Die Kinder werden durch ihre Klassenleiter und Fachlehrer für die Mitwirkung am Projekt ausgewählt. Zwischen den Projektteilnehmern wird ein „Vertrag“ geschlossen. Der „Vertrag“ enthält für das Kind eine „Verpflichtung“, die von ihm in einem bestimmten Zeitraum erfüllt werden soll. Während dieses Zeitraums wird in der Schule und im Elternhaus eine Art Tagebuch geführt und mit allen am Projekt Beteiligten ausgewertet. Hat das Kind den „Vertrag“ erfüllt, erhält es die ausgehandelte und im „Vertrag“ festgehaltene Belohnung. Hat es hingegen den „Vertrag“ nicht oder nur teilweise erfüllt, kann dieser verlängert werden.

Effekte

  • Für jedes teilnehmende Kind wird ein spezieller Entwicklungsplan erstellt. Mit jedem Projektkind wird ein Vertrag geschlossen. Damit wissen die beteiligten Kinder und Eltern genau, welches konkrete Teilziel gerade verfolgt wird und mit welchen Methoden dieses erreicht werden kann. Die tägliche bis wöchentliche Auswertung mit dem Kind lässt bereits kleinste Erfolge sichtbar werden und spornt damit weiter an. Gleichzeitig können dadurch unwirksame Methoden erkannt und geändert werden.
  • Die Entwicklung des Kindes wird evaluiert, seine Stärken erkannt und auf Schwächen helfend eingewirkt. Das Kind lernt mit seinen Schwächen und Begabungen selbstbewusst umzugehen. 
  • Ein gut funktionierendes Netzwerk zur Unterstützung der optimalen Entwicklung der Kinder wurde aufgebaut. Es besteht eine gute Zusammenarbeit mit verschiedenen Einrichtungen, z. B. Ergo- und Logopädie, Psychologen, Kinderärzten, Beratungsstellen.

Tipps

  • Die Zusammenarbeit aller an der Entwicklung des Kindes beteiligten Personen ist eine bedeutende Voraussetzung für das Erreichen der Ziele. Insbesondere die Kooperation der Schule mit den Eltern ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes. Die Unterstützung der Eltern der Projektkinder für das Projekt ist von zentraler Bedeutung.
  • Ein gut funktionierendes Netzwerk mit verschiedenen Einrichtungen (z. B: Ergo- und Logopädie, Psychologen, Kinderärzten, Beratungsstellen) unterstützt Schule und Eltern.
  • Fortbildungen zu theoretischen Grundlagen und dem praktischen Umgang mit Kindern mit leistungs- und verhaltensbedingten Besonderheiten sind wichtig. Ein Kommunikationstraining hat sich für die Bewältigung schwieriger Situationen besonders bewährt.

Link für weitere Informationen

Marginalspalte

Bild: Schmetterlinge

Kontakt

Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Referat 41 „Integration, übergreifende Angelegenheiten der Abteilung“

Weitere Informationen

© Sächsisches Staatsministerium für Kultus